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Marathonvorbereitung

Montag, 04. Januar 2016

Wie immer ohne Plan, dafür mit vier Tipps.

Trainingspläne aller Art für jede Länge gibt es im Internet, aber nicht in diesem Blog. Ich mag sie nicht, weil ich nicht Sport nach Plan mache, sondern aus Freude an Bewegung. Ich habe lieber das Ziel vor Augen als ein starres Schema.

Wie auch immer man sich auf einen Marathon vorbereitet, eins ist mir bei der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon klar geworden: Ich habe Regionen meines Körpers kennen gelernt, von deren Existenz ich vorher kaum etwas ahnte.

Beim Laufen gilt mehr als irgendwo sonst im Leben: Der Weg ist das Ziel. Das heißt, ich muss selbst herausfinden, welchen Aspekten ich bei der Marathonvorbereitung besondere Aufmerksamkeit widmen soll. Für mich haben sich vier Punkte als besonders wichtig erwiesen.

Für die Füße

Für die Füße

Wer viel läuft, kümmert sich um seine Füße. Das klingt einfach, aber ich musste erst darauf gestoßen werden. Das darf gerne wörtlich verstanden werden. Seit einigen Jahren weiß ich die Wohltaten einer regelmäßigen professionellen Fußpflege sehr zu schätzen. Außerdem gehören tägliches Eincremen und Massieren der Füße längst zu meinen täglichen Ritualen.

Bis zum Halbmarathon reichten diese Maßnahmen völlig. Aber die langen Läufe vor dem ersten Marathon brachten neue Erkenntnisse schmerzhafter Art. Denn allen Rumpfstabilisierungsübungen zum Trotz habe ich meine Schwachstellen, die sich nach langen Läufen in Form schmerzender Zehen am rechten Fuß bemerkbar machten. Erste Abhilfe brachte eine geniale Erfindung: Zehensocken! Überhaupt sind die Strümpfe neben den Schuhen die wichtigste Laufbekleidung überhaupt.

Vorsichtshalber habe ich auch alle anderen Kleidungsstücke, die ich beim Marathon tragen wollte, vorher in langen Trainingsläufen getestet. Berichte über scheuernde Unterwäsche und Ähnliches hatten mich aufgeschreckt. Aber hier gab es Entwarnung: keine Probleme, alles sitzt.

Das Zehenproblem wurde mit den Zehenlaufsocken geringer, verschwand aber nicht völlig. Nach dem Marathon hatte ich noch zwei Wochen lang einen tauben zweitkleinsten Zeh am rechten Fuß. Als Ursache vermute ich eine Schiefhaltung irgendwo in der unteren Wirbelsäule. Ich arbeite daran. Ein linderndes Hilfsmittel fand ich passenderweise im Seniorenbedarf: mit Gel gepolsterte Zehensocken. Die mildern die Symptome, beseitigen aber natürlich nicht die Ursache. Da helfen wohl nur weitere Übungen für Hüfte und Rumpf. Und natürlich für die Füße. Zehenschuhe könnten auch eine hilfreiche Idee sein.

Auf die Ohren

Laufen hat etwas Meditatives. Bis zur Halbmarathondistanz genoss ich es, mit mir und meinen Gedanken allein zu sein beim Laufen. Mit den langen Marathonvorbereitungsläufen wurde das anders. Gelegentlich mit Stöpseln im Ohr zu laufen, erscheint mir nicht mehr abwegig. Ich lernte Podcasts und Hörbücher schätzen. Sohn 3 stellte mir einen Musikmix zusammen, der mir auf die Sprünge hilft, wenn ich im Schlurfschritt immer langsamer werde.

Auch beim ersten Marathon hatte ich die Musik dabei. Irgendwo um km 24 drückte ich zum ersten Mal auf Play. Der vertraute aufmunternde Klang hob meine Lauflaune ungemein.

In den Kopf

Bekanntlich traute man Frauen noch bis weit in die 1960er Jahre hinein nicht zu, dass sie einen Marathon laufen können. Aber wir alle wissen: Was frau sich in den Kopf setzt, das schafft sie auch. Mentales Training und Tiefenentspannung sind eine wunderbare Sache und komplettieren das physische Training.

Aus den Eingeweiden

Ob man als Hobbyläuferin wirklich Nahrungsergänzungsmittel braucht und beim Laufen zu Gels oder Riegeln als Energielieferanten greifen sollte, sei dahingestellt. Fest steht nur eins: Theorie und Praxis sind zweierlei. Letztlich muss jeder selbst ausprobieren und herausfinden, womit man am besten zurechtkommt. Der Marathontag ist jedenfalls nicht der richtige Zeitpunkt für Experimente.

Blase und Darm nicht vergessen: Wenn sie beim einsamen Feld-Wald-Wiesen-Läufchen ihre Bedürfnisse melden, ist das eine Sache. Geschieht das bei einem Laufereignis mit tausenden anderen Läufern, bekommt das eine andere Dimension. Dann kann man nur hoffen, dass ein WC-Häuschen an der passenden Stelle steht und keine Schlangen davor warten. Überlegungen für den Blasen-Darm-Notfall in die Vorbereitungen einzubeziehen, kann nicht schaden. Umso besser, wenn man letztlich ohne Notstopp auskommt.

Das war schon alles. Die Hauptsache ist und bleibt: Spaß am Laufen. Nach dem Marathon ist vor dem Marathon usw. usf. Schritt für Schritt geht es immer weiter.

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